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Weichbodengemeinschaft mal ganz nah

erstellt von Dirk Fleischer zuletzt verändert: 24.08.2010 09:44

Die Auswirkungen der sommerlichen Temperaturschichtung einmal ganz augenscheinlich beobachten. Das kann jeder Taucher, der sich ein wenig mit der Lebensgemeinschaft des Weichbodens auskennt derzeit in der und Flensburger Förde erleben.

Weichbodengemeinschaft mal ganz nah

Seeringelwurm und viele andere kleine Würmer (z.B. Köcherwürmer) in der übergangszone 9-10 m Wassertiefe (Foto: Uwe Kühn)

Weichbodengemeinschaft mal ganz nah

Die hochsommerlichen Temperaturen sind im Moment bei uns in Schleswig-Holstein eher selten zu finden, allerdings ist ein ganz typisches Sommer Phänomen in der Flensburger Förde zu beobachten. Die Temperarturschichtung in der Flensburger Förde ist sehr stark ausgeprägt. Die beiden extrem werte klaffen ziemlich weit auseinander, so ist die Oberfläche ganz nahe den 20 Grad und manchmal auch darüber, allerdings muss man in 12 m Tiefe dann mit ca. 10 Grad rechnen.

Diese Schichtung ist nicht ungewöhnlich und in dieser Jahreszeit überall zu finden. Jetzt lässt sich in der Flensburger Förde beobachten, dass aufgrund dieser Schichtung der Austausch von Sauerstoff nicht mehr gegeben ist. Im Tiefen Bereich tiefer als 11 m liegen die Polychaeten (Würmer) tot auf dem Boden, weil sie den Sauerstoffmangel und dabei auftretenden Schwefelwasserstoff nicht überlebt haben. Inzwischen dehnen sich die weißen Matten mit Schwefelbaktieren (Beggiathoa) immer weiter aus.

An nicht zu steilen Hängen kann man eine Übergangszone finden. In dieser Zone sind die Bodenbewohner (Endobenthos) noch am Leben haben sich aber so weit es geht aus dem Boden herausbewegt. Die Köcherwürmer (Lagis koreni) stehen dabei am deutlichsten vor, denn die Spitzen ihrer Kegel sehen so nebeneinander ein bisschen aus wie ein Nagelkissen. In einem Tiefenbereich von 9 bis 11 m kann man jetzt einmal alle Bewohner des Weichbodens sehen, die man als Taucher sonst nie zu Gesicht bekommt. Dazu gehören auch die beeindruckenden Vertreter der Seeringelwürmer (Nereis). Diese Burschen können dann schon mal Finger dick sein und ganz entgegen ihrer sonstigen Natur langsam auf dem Schlick umher wandern.
Dieses Ereignis ist ganz normal im Spätsommer und wird durch die ersten Herbststürme, die die Schichtung auflösen auch wieder beendet. Wer also einmal daran interessiert ist mehrere Vertreter den umfangreichen endobenthischen Gemeinschaft zu sehen, der sollte jetzt mal nach Flensburg gehen.

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