Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Neuigkeiten Anfang Juli Sauerstoffmangel in der Kieler Förde
Navigation
TaMOs-Intern


 
 
Donate
Unterstütze TaMOs bei seinen zukünftigen Projekten:
 

Anfang Juli Sauerstoffmangel in der Kieler Förde

erstellt von Dirk Fleischer zuletzt verändert: 09.07.2008 22:37

Die in diesem Jahr bereits lang anhaltenden hohen Temperaturen und die hohe Sonneneinstrahlung haben dafür gesorgt, dass neben dem Phytoplankton sich auch schnellwachsende Fadenalgen explosionsartig vermehrt haben. Jetzt kommt ein neues Problem auf die geschützten Bereiche der Kieler Förde zu. Sauerstoffmangel, aufgrund von bakteriellen Abbauprozessen von organischem Material.

Anfang Juli Sauerstoffmangel in der Kieler Förde

Schwefelbakterien (Beggiatoa) am Meeresboden als deutliches Zeichen für sehr wenig Sauerstoff in Bodennähe (Foto: H. Auf dem Venne)

Anfang Juli Sauerstoffmangel in der Kieler Förde

Wir konnten uns selbst davon überzeugen, was interessierte Helfer bereits per Mail an uns meldeten: An einigen Stellen der Kieler Förde (Strande/Schilksee und Falkensteiner Strand) kann man bereits jetzt Sauerstoffmangel dokumentieren. Man braucht nur die schwarzen Flecken am Meeresboden zu suchen - dort findet man einen Teppich aus weißen Schwefelbakterien. Diese Bakterien benötigen zwar Sauerstoff zum Leben, aber sie benötigen ebenfalls hohe Konzentrationen von Schwefelwasserstoff (H2S).

Bei Tauchgängen am Friedrichsorter Leuchtturm und in Strande/Schilksee konnten wir sehen, dass zahlreiche Seesterne (Asterias rubens) verendet sind. Diejenigen, die noch leben strecken die Arme in die Höhe und sehen sehr schlecht aus. Andere Anzeichen sind, dass man viele der sonst im Boden lebenden Organismen an der Sedimentoberfläche findet oder sie bereits Körperteile ins Wasser strecken. Die Schwertmuschel (Ensis directus) und auch die Sandklaffmuscheln (Mya arenaria) sind inzwischen auch schon frei auf dem Sediment liegend zu finden. Auch treibt es einige prächtige Polychaeten (Nereis sp.) tagsüber auf das Sediment und somit aus dem Schutz ihrer Wohnröhren.

Diese O2-Mangelsituationen sind in der Ostsee nichts ungewöhnliches und treten in unregelmäßigen Abständen immer wieder auf. Allerdings ist der frühe Zeitpunkt in diesem Jahr doch schon ungewöhnlich und die hohen Wassertemperaturen von 17°C bis in 14 m Tiefe sind hierbei bestimmt nicht ganz unschuldig.

Artikelaktionen
« Oktober 2017 »
Oktober
MoDiMiDoFrSaSo
1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031