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Netzreusenschnecken (Nassarius reticulatus) am Falckensteiner Strand

erstellt von Dirk Fleischer zuletzt verändert: 10.07.2008 13:19

Beim heutigen TaMOs Tauchgang vor Falckenstein konnte man die Netzreusenschnecke finden. Nassarius reticulatus (Linnaeus, 1758) ist im Sommer und Spätsommer ein regelmäßiger Gast an unseren Tauchplätzen.

Netzreusenschnecken (Nassarius reticulatus) am Falckensteiner Strand

Netzreusenschnecke (Nassarius reticulatus) mit symbiontischen Hydrozoen auf dem Gehäuse (Foto: D. Kuballa)

Netzreusenschnecken (Nassarius reticulatus) am Falckensteiner Strand

Namensgebend für die Netzreusenschnecke (Nassarius reticulatus LINNAEUS 1758) ist die Oberflächenstruktur des Gehäuses. Dies ist relativ massiv und von dicht beieinanderliegenden Rippen überzogen, die wiederum von feinen Spiralrillen quer durchzogen werden. Dadurch entsteht ein dichtes, netzartiges Muster. Das Gehäuse selber ist schwach gewölbt bis eiförmig und weist bis zu 10 Umgänge auf. Die Maximallänge beträgt ca. 3cm.

Netzreusenschnecken sind Aasfresser und Räuber mit einem langen, ausstreckbaren Sipho. Ihre Nahrung wird chemosensorisch geortet, d.h. der Atemwasserstrom, der über den Sipho eingesaugt wird, wird auf chemische Reize von Beutetieren geprüft. Das Vorkommen der Netzreusenschnecke in der Kieler Bucht beschränkt sich im Gegensatz zu angrenzenden Gebieten der Beltsee auf das untere Sublitoral ab 5m. Dort bewohnt sie vor allem Sand- und Schlickböden. Das im Vergleich zu den genannten Gebieten tiefere Vorkommen (sog. Brackwasser-Submergenz) hängt mit dem für die Netzreusenschnecke erforderlichen Mindestsalzgehalt von ca. 15 zusammen, der in der (westlichen) Ostsee erst ab dieser Tiefe vorzufinden ist. Im Winter wandert die Schnecke in tieferes Wasser ab. Vor allem in der Mecklenburger Bucht ist die Netzreusenschnecke eher selten und galt dort bis vor wenigen Jahren sogar noch als ausgestorben bzw. verschollen. Ein gehäuftes Auftreten in den letzten Jahren kann mit einem Verstärkten Einstrom von salzreichem Wasser aus der Beltsee in die südwestliche Ostsee in Verbindung gebracht werden. Netzreusenschnecken sind trotz dieser Mindestanforderungen bezüglich des Umgebungssalzgehaltes allerdings relativ robust gegen Sauerstoffmangelsituationen.

Wer die z.T. eingegrabenen und durch ihre Färbung hervorragend getarnten Schnecken beim Tauchen findet, sollte auch einen etwas genaueren Blick auf die Tiere riskieren: Oft sind Netzreusenschnecken mit symbiontischen Hydrozoen (Podocoryne carnea) vergesellschaftet, die sich auf deren Gehäuse ansiedeln (siehe auch Foto zum Bericht).

Weitere Informationen über die Biologie und Verbreitung der Netzreusenschnecke in der Ostsee gibt es hier.

Merkmale

  • Gehäuselänge: 25 bis 30mm
  • Farbe: Braun, gelbbraun. graubraun
  • Form: Charakteristisches Netzmuster auf der Schalenoberfläche. Schale oval bis eiförmig, spitz zulaufend. Öffnung schmal und oval, mit kurzer Siphonalrinne
  • Verbreitung: Im unteren Sublitoral ab 5m Tiefe.
    Atlantik von Norwegen bis Marokko; Nordsee, Mittelmeer, Schwarzes Meer.
  • Taxonomie:

Stamm: Mollusca
Unterstamm: Conchifera
Klasse: Gastropoda
Unterklasse: Prosobranchia
Ordnung: Neogastropoda
Superfamilie: Muricoidea
Familie: Nassariidae
Gattung:Nassarius (hinia)

Nachschlagen im "europäischen Register für marine Arten" (ERMS)

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