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Maßarbeit am unbekannten Tauchplatz

erstellt von Marianne Musinszki zuletzt verändert: 20.10.2008 13:15

Es gibt verschiedene Möglichkeiten für TaMOs unterwegs zu sein. Einfachste Variante ist ein normaler Tauchgang, bei dem mit Hilfe des Formulares alle Tierarten protokolliert werden. Die nächste Variante ist dann der sogenannte Profiltauchgang bei dem am Anfang die Tiefenverteilung von Pflanzen im Vordergrund steht und dann später die Tierarten erfasst werden. In letzter Zeit wurden dann noch Tauchgänge mit Hilfe eines Maßbandes durchgeführt. Hier ein Erfahrungsbericht eines solchen Tauchganges.

Maßarbeit am unbekannten Tauchplatz

M. Musinszki beim Maßbandtauchgang (Foto: D. Kuballa)

Maßarbeit am unbekannten Tauchplatz
Ursprünglich hatten wir unseren TaMOs-Tauchgang vor dem Friedrichsorter Leuchtturm in nordwestlicher Richtung geplant. Viele Reusen- und Stellnetzwimpel machten uns jedoch einen Strich durch die Rechnung. Wir beschlossen, das uns noch unbekannte Gebiet südlich des Leuchtturms in Richtung der gelben Sperrgebietstonne vor der Lindenauwerft zu betauchen. Mit zwei der neuen 100m-Maßbänder ausgerüstet, wollten wir ein metergenaues TaMOs-Profil des Tauchplatzes erstellen. Zunächst hielt Dirk das Maßband an der Wasserlinie fest und ich watete mit dem Maßbandende auf dem geplanten Kurs bis in hüfttiefes Wasser. Die Entfernung zur Wasserlinie wurde notiert. Dirk folgte nun und wir verankerten das Maßband mit einem Hering im Meeresboden. Nun hieß es, den vereinbarten Kompasskurs zu schwimmen und dabei die verbundenen Maßbänder abzurollen. So landeten wir etwas über 200 Meter vor dem Leuchtturm und konnten mit dem „umgedrehten“ TaMOs-Tauchgang beginnen. Der Freiwasserabstieg mit der Maßbandrolle in der Hand brachte uns auf knapp 13 Meter recht schlickigen Grund. Das Maßband lag nun gemäß unseres Kompasskurses auf dem Meeresboden. Nun folgten wir einfach dem Band, notierten die TaMOs-Daten und rollten das Maßband dabei wieder bis zum Ausgangspunkt auf. Zusammen mit der Tiefe, die man bei den Sichtungen vom Tauchcomputer überträgt, ergibt sich für die Auswertung so ein metergenaues Profil des Tauchplatzes. Dies zeigt die Tiefenverteilung noch exakter als bei Verwendung der Tauchgeschwindigkeit in ungefähren Metern pro Minute, die auch immer subjektive Einschätzung des einzelnen Tauchers ist.

Plattfische und Rippenquallen

Der schlickige Grund wich relativ schnell mehr Sand und wir notierten die gesichteten Pflanzen und Tiere. Auch an diesem Platz fanden wir wie in Falckenstein gewohnt u. a. schöne Schollen und Flundern, Seeampfer, Seenadeln, ein Feld Miesmuscheln und eine kleine Seegraswiese. Wie schon beschrieben stießen wir auch auf die Rippenqualle Mnemiopsis leidyi. Diese ist bei Tageslicht nur schwer von der heimischen Lappenqualle, einer anderen Rippenqualle, zu unterscheiden. Hier kam uns die einsetzende Dämmerung zu Hilfe. Tippt man die Quallen vorsichtig! mit dem Finger an, fällt die Unterscheidung nicht mehr schwer: Mnemiopsis leidyi leuchtet entlang ihrer Rippen ähnlich dem Meeresleuchten, die heimische Lappenqualle tut das nicht. (Mehr zu den Merkmalen)

Nachahmen gestattet

Nachdem TaMOs nun weitere Fördermittel aus dem BINGO-Projekt erhalten konnte, wurden mehrere 100-Meter-Maßbänder angeschafft. Wenn jemand Lust hat, seine TaMOs-Daten auch metergenau zu erheben, könnt ihr euch ab sofort Maßbänder für die Tauchgänge ausleihen. Sie sind gegen Pfand bei Dirk erhältlich. Diese Methode ist auch eine bequeme Lösung, beim Tauchen neben Schreibtafel, Fotoapparat und Lampe nicht immer noch auf den Kompasskurs achten zu müssen. Hier legt man die Strecke einfach vorher durch das Maßband fest und kann sich beim Entlangtauchen ganz auf die gesichteten Arten konzentrieren!
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