Wissenschaftliches Taucher-Monitoring
Die Durchführung eines Monitoringprojektes fängt mit der Entwicklung einer standardisierten Probennahmemethode. Eine Standardmethode ist die Grundlage für vergleichbare Daten. Die exakte Einhaltung dieser Methode ist von entscheidender Bedeutung und muss aus diesem Grund auf viele Eventualitäten hin überprüft sein. Der in TaMOs umgesetzte Entwurf einer Technik für Profiltauchgänge wurde basiert auf einem Monitoring der Universität Stockholm. Die in Schweden entwickelte Methode ist für hohe wissenschaftliche Ansprüche konzipiert worden und musste für den Einsatz im Rahmen von TaMOs abgewandelt werden.
Ein Beispiel aus der wissenschaftlichen Praxis
Im Fachbereich für Systemökologie an der Universität Stockholm wird jedes Jahr die schwedische Küste an festgelegten Punkten betaucht. Diese Bestandsaufnahme der Tier- und Pflanzengemeinschaft wird von der Arbeitsgruppe um den schwedischen Wissenschaftler Hans Kautsky. Das Monitoringprogramm wird bereits seit vielen Jahren immer in gleicher Weise durchgeführt. Es wird streng darauf geachtet, dass mindestens ein erfahrener Taucher im Team ist, der die Methoden und Abläufe seit mehreren Jahren kennt.

Das Team fährt die langjährigen Monitoringstationen an und beginnt mit den Vorbereitungen für den Tauchgang. Es ist unwichtig, welcher Tauchplatz betaucht werden soll, denn die Abläufe sind immer absolut identisch. Wir haben hier die Darstellung eines beliebigen Tauchplatzes mit Tiefenlinien in der Aufsicht und dem vertikalen Profil.

Am Strand wurde die Installation einer Verankerungen vorgesehen. In ein Bohrloch kann eine Stange gesteckt werden, die anschließend als Fixpunkt für die Orientierungshilfen dient.

Das Team fährt mit einem Boot raus und peilt mit einem Kompass die Verankerung am Strand an. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass immer das selbe Profil betaucht wird.

Eine Leine zwischen Boot und Strandverankerung legt das Profil fest. Die Leine ist durch Blei beschwert und sinkt zum Grund. Auf diese Weise wird das Tauchprofil für den Taucher festgelegt. Allerdings hat die Leine noch eine weitere, wichtige Aufgabe. Die Leine dient zusätzlich noch als Maßband zur Entfernungsmessung vom Fixpunkt. So ist es möglich neben den Tiefenhorizonte auch noch die Entfernung zum Strand zu protokolliert. Diese Messungen machen es möglich Flächen zu berechnen und somit quantitative Aussagen über Bewuchsdichten und Abundanzen zu machen.

Die Taucher gehen vom Boot aus ins Wasser und folgen der Leine bis zum Grund. Nachdem der Grund erreicht beginnt ein umfangreiche Programm. Zum einen wird das Profil in unterschiedliche Zonen unterteilt, die sich in Ihrem vorherrschenden Bewuchs unterscheiden. Neben diesen Notizen werden die einzelnen Zonen mit mindestens drei zufälligen und unabhängigen Kratzproben beprobt. Diese Kratzproben werden verpackt und ins Labor gebracht, wo die enthaltenen Tier- und Pflanzenarten bestimmt und gewogen werden.




