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Das Jahr des Riffs

erstellt von Dirk Fleischer zuletzt verändert: 07.10.2008 14:08

Nach 1997 wurde 2008 zum zweiten Mal das Internationale Jahr des Riffs ausgerufen. Auch in diesem Jahr sollen der Weltgemeinschaft die Bedeutung und die ökologische Funktion von Korallenriffen näher gebracht werden.

Jeder aktive Taucher weiß, dass die Korallenriffe mit die größte Vielfalt an Farben und Formen für den interessierten Betrachter bereit halten. Das Jahr 2008 wurde zum internationalen Jahr des Riffs erklärt und soll mit Hilfe von verschiedenen Aktionen der Bevölkerung die Bedeutung und Funktion von Riffen näherbringen. Die offizielle deutsche Website zum Internationalen Jahr des Riffs heißt IYOR2008.

Aktionen

In Deutschland wurde das Internationale Jahr des Riffs bereits auf der Boot'08 in Düsseldorf (Pressemitteilung) eingeläutet und der Generaldirektor des Museums für Naturkunde der Humboldt-Universität zu Berlin, Prof. Dr. R. Leinfelder, hielt auf der Bundesausbildertagung des VDST an gleicher Stelle einen Vortrag (Korallenriffe - Faszination und Verpflichtung (als PDF)). Dieser Vortrag ist nur eine von vielen weiteren Aktionen, die weltweit im Rahmen des Internationalen Jahr des Riffes stattfinden.

Sonderausstellung im Museum für Naturkunde der Humbold-Universität zu Berlin

In Berlin ist vom 8. April bis zum 30. September 2008 im Naturkundemuseum der Humboldt-Universität die Ausstellung "abgetaucht" zu sehen. Hierbei wird dem Besucher die Komplexität und Vielfalt von Riffen auf seinem Rundgang durch die Ausstellung näher gebracht. ("abgetaucht" im Museum für Naturkunde HU-Berlin)

Riff Reinigung vor Ort

Mehrere Tauchbasen weltweit organisieren Reinigungsaktionen, um Abfälle mit Hilfe von Tauchern aus den Riffen zu beseitigen. Diese Reinigungsaktionen werden am Strand wie auch unter Wasser durchgeführt und sollen demonstrieren, wie viel Müll sich im Laufe der Zeit ansammelt und von Zeit zu Zeit aus den Riffen entsorgt werden muss. (IYOR)

Riff Check in Ägypten

Im Rahmen des weltweit größten Programms zur Langzeitbeobachtung von Riffen (Reef Check) wird am 8 Mai 2008 in Marsa Alam am Roten Meer eine Riffuntersuchung durchgeführt. Reef Check ist ein weltweit operierendes Projekt von Wissenschaftlern und Bevölkerung um den Zustand der Riffe kontinuierlich im Auge zu behalten. Eine ausführliche Beschreibung ist unter 'Wissenswertes' oder auf der deutschen Homepage von Reef Check zu finden.

Wo gibt es Riffe?

Bis vor einigen Jahren war die gültige Regel für das Vorkommen von riffbildenden Korallen ganz einfach: Riffe kommen nur da vor, wo die Wassertemperatur niemals unter 20°C fällt. Dies bildete den groben Rahmen für die maximale Ausdehnung des Verbreitungsgebiets von Korallenriffen. Vor einigen Jahren allerdings wurde die Fachwelt erschüttert, als man vor Norwegen und in anderen Kaltwasserregionen ausgedehnte Riffe entdeckte. Diese Riffe liegen nicht dicht unter der Meeresoberfläche, sondern in sind erst in größeren Tiefen zu finden, aber sie scheinen sehr verbreitet zusein und man beginnt erst jetzt sie vollständig zu erfassen.

Warmwasser Korallenriffe

Die Warmwasserkorallen sind entlang des Äquators und im südlichen Pazifik verbreitet. Hierbei handelt es sich um kleine, einzelne Polypen, die in großen Kolonien vorkommen. Alle Polypen für sich bauen aus Kalk ein schützendes Skelett auf. Insgesamt betrachtet ist in dieser Zusammenarbeit das größte von Lebewesen erzeugte Bauwerk entstanden, das 'Große Barriere Riff' vor Australien.

Die Warmwasserkorallenpolypen haben einzellige Algen als Symbionten in sich eingeschlossen, die sogenannten 'Zooxanthellen'. Diese Symbionten betreiben mit Hilfe von Sonnenlicht Photosynthese und stellen Ihre Stoffwechselprodukte dem Polypen zur Verfügung, während er ihnen die nötigen Nährstoffe und Schutz bietet.

Das Verbreitungsgebiet der Warmwasserkorallen ist durch die Wassertemperaturen begrenzt. Sie benötigen das ganze Jahr über mindestens 20°C, aber am besten wachsen die meisten Korallenarten bei Temperaturen zwischen 25 und 30°C.

Die Korallen gehören zum Stamm der Nesseltiere (Cnidaria) und dort zur Klasse der Blumentiere (Anthozoa). Es gibt zwei unterschiedliche Gruppen von Korallenpolypen, wobei nur die 'Steinkroallen' (Scleractinia) als die sogenannten Riffbauer bezeichnet werden. Vertreter von Weichkorallen in der Ostsee sind Seeanemonen (Actiniaria), wie die Seenelke (Metridium senile) oder die Seedahlien (Urticina sp.).

Kaltwasser Korallenriffe

Die wirkliche Ausdehnung der Riffe von Kaltwasserkorallen wurde erst vor einigen Jahren entdeckt. Die Riffe werden vorwiegend von den azooxanthellaten Steinkorallen (ohne fotosynthetisch aktive Symbionten) Lophelia pertusa und Madrepora oculata aufgebaut. Diese Riffe können ebenfalls beeindruckende Größen erreichen, wie am Sula-Rücken im Nordatlantik, wo sich auf 13 km Länge und 400-600 m Breite ein Riff gebildet hat. Kaltwasserkorallen bevorzugen eine Wassertemperatur von 4 bis 11°C und kommen meistens zwischen 200 und 300 m Tiefe vor. Allerdings kann man sie in den norwegischen Fjorden auch schon in einer Tiefe von 50 m finden.

Links

Broschüre des Bundesministeriums für Umwelt

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